EPSILONS XI or „All yours for ten percent down“

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EPSILONS XI or „All yours for ten percent down“, 2015
Graphit, Ink, 20 x 20 cm [30 x 30 cm]

From: Miss Saigon „The American Dream“

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Norbert Gramer: Wie male ich ein realistisches Tieraquarell. Realismus trifft Abstraktion

Das Buch zeigt in aufbauenden Schritten, von der Zeichnung bis zum fertigen Bild, die Entstehung eines Tierportraits in einem abstrakten Umfeld. Es bietet außerdem hilfreiche Tipps für das Aquarellieren.
Was das Buch will und kann – und was es nicht kann.
Ich möchte den Leser nicht locken oder ihm etwas vorgaukeln mit einem Hinweis oder einer Überschrift wie „Aquarellieren leicht gemacht“. Die Aquarelltechnik ist nicht leicht. Sie bietet nur wenige Möglichkeiten, Fehler auszugleichen und oft führt ein Fehler dazu, dass man das Bild neu anfangen muss. Aber das sollte niemanden abschrecken, jeder Fehler bringt uns ein Stück weiter. Man merkt bald, wie die verschiedenen Farben, das Papier und die Pinsel in bestimmten Situationen reagieren. Aquarellieren lernt man nur durch eines: durch ständiges Aquarellieren. Das Buch zeigt nur Beispiele, es soll nicht dazu dienen, die Bilder zu kopieren oder nachzumalen. Nehmen Sie ein eigenes Foto oder eine eigene Zeichnung eines Tieres und experimentieren Sie. Je häufiger desto besser.

Für E-Book-Reader, Kindle und PC/Tablet erschienen und online bei www.neobooks.comKobobooks, amazon und vielen anderen Anbietern erhältlich.

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Buchempfehlung: Schattenspiele

Mit Macht dringt das Religiöse ungehindert in alle Lebensbereiche. Ob in Uganda, wo Evangelikale eine strenge Moral durchzusetzen versuchen, für Homosexuelle die Todesstrafe fordern, Frauen ihre Lebensweise vorschreiben wollen, ob im Irak, wo mordende Milizen mit Gewalt einen brutalen Gottesstaat errichten wollen, ob in der Türkei, wo eine Islamisierung befürchtet wird, ob in der Bundesrepublik Deutschland, wo die Evangelikalen immer mehr verzückte Anhänger finden und mit ihren abstrusen Ideen infizieren, ob in den USA, wo die Religiosität, trotz eines Thomas Jefferson, schon immer die Politik beeinflusst hat – man könnte die Liste endlos fortführen –, in vielen Ländern dieser Erde gewinnen religiöse Strömungen einen enormen Einfluss. Menschen werden nur noch nach ihrer Religionszugehörigkeit definiert und wegen dieser abgeschlachtet, vertrieben, verhöhnt, geschändet. Dabei entspringt jede Religion nur menschlichem Fabulieren, gefestigt durch Tradition und Macht und Gewalt, jede Religion gründet nur auf Glauben, der, sobald er zu Gewissheit pervertiert, alle Anders- oder Nichtgläubigen zu vernichten sucht.

In diesem Zusammenhang hier eine Buchempfehlung:

Schattenspiele: Talkshow zur Entbehrlichkeit der Religionen von Lo Ony. Erschienen als E-Book und erhältlich bei vielen Anbietern wie www.hugendubel.de, www.kobobooks.com, www.amazon.de, www.buecher.de.

Inhalt:

Das Buch greift das Thema Religion parteiisch auf, kompromisslos humanistisch-atheistisch; ist b) aufgrund der dargestellten Situation einer Fernsehdiskussion argumentativ, teilweise plakativ; bringt dadurch aber vieles auf den Punkt, ist teilweise satirisch, parodistisch, teilweise todernst; lebt von dem Widerspruch: vergangene Philosophen – moderne Fernsehaufbereitung und aktuelle Thematik; wechselt, für die Lektüre wichtig, zwischen offener Diskussion, Gedankenfetzen, Buchrezensionen, Zwischenunterhaltungen, Werbeeinblendungen. Der Text ist – ohne Zweifel – parteiisch, will und soll er auch sein. Er kann als ein Kaleidoskop aus philosophischen und satirischen, politischen, literarischen und wissenschaftlichen Elementen beschrieben werden.

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Resignation und Hoffnung? (2)

… Deshalb grassieren Resignation oder inszenierte Ablenkung, beides führt in autistische Agonie, die der politischen und der profitorientierten Kaste leichtes Spiel erlaubt. Deshalb auch schwindet die Hoffnung, Veränderung sei möglich – einige unterschiedliche Beispiele, deren gemeinsame Nenner ihre unsägliche Dummheit und Gleichgültigkeit gegenüber Mensch und Natur sind, spülen sie fort: Noch immer glauben Menschen an übernatürliche Geister und Götter, vertrauen ihnen ihr gesamtes Leben an, vernichten fremdes Leben in ihren Namen. Der Patriotismus erlebt eine neue Blüte: für das göttergleich verehrte und angebetete Heimatland – oder auch ein kleines separates Stückchen davon – stirbt man wieder gerne und lässt sterben. Politiker preisen das Biobenzin aus globalem Maisanbau als Waffe gegen den Anstieg von CO2 in der Atmosphäre, doch die Herstellung vernichtet wertvolle Agar-Ressourcen und lässt den CO2-Anteil, aber auch das Vermögen der produzierenden Industrien noch mehr anwachsen. In China boomt die Wirtschaft, unvermeidbare Nebenwirkung: manche Städte versinken im Smog – dennoch boomt auch der Autokauf, besonders der von geräumigen, protzigen SUVs, dessen Kauf in einem Interview von einem milchbübigen Chinesen mit der Bemerkung begründet wird, der Wagen verleihe ihm mehr Dominanz. Im Kongo greifen Politiker und Ölkonzerne nach den vermutet üppigen Ölreserven, die sich in den Urwäldern des einzigartigen Virunga-Nationalparks verbergen, der den letzten Gorillas Lebensraum bietet, um den Bonzen der Konzerne, den Spekulanten und der korrupten politischen Bande die Taschen zu füllen. Schamlos, so der Philosoph Slavoj Žižek, agiert die nationalistische Rechte auf internationalem Terrain vor den Augen und zum Teil unter dem Schutz demokratisch gewählter Volksvertreter, lässt „ethnische und religiöse Leidenschaften explodieren“ und die „Werte der Aufklärung verblassen“, während eben diese gewählten Volksvertreter ebenso schamlos die eigenen Bürger ausbeuten, ausspionieren und versuchen, jeden Schritt ihres Lebens zu bestimmen. Diplomatie weicht, zur Freude der Waffenindustrie, immer häufiger dem Säbelrasseln – und es bleibt meist nicht beim Rasseln -, gewaltsames Eingreifen ist wieder salonfähig; ob es sich um tumbe Fußballfans oder rückgewandte Staaten handelt, für viele gilt Gewalt wieder als erste Wahl, um Konflikte auszutragen oder eigene Interessen durchzusetzen. Viele Beispiele ließen sich noch nennen, die Dummheit und Gleichgültigkeit widerspiegeln. Sie sind Produkte einer gesellschaftlichen Atmosphäre, in der Politiker zu Lobbyisten und Handlangern der Industrie degeneriert sind, in der ein scheinbar anonymer Markt alles gesellschaftliche Tun vorschreibt und bestimmt, in der das Volk als eine Ansammlung fremdbestimmter Marionetten bedingungslos nach den Regeln dieses Markt tanzt und glaubt, es wäre seine freie Entscheidung.

Also. Aufhören mit Kritik? Mitspielen? Mittanzen? Den eigenen Platz und Vorteil sichern?
Nein! Immer wieder widersprechen! Immer wieder widerstehen! Sich verweigern! Werft geistige Bomben gegen Ungerechtigkeiten und gegen die alltägliche Folter der Verdummungsmaschinerie.

© 2013 Dr. Norbert Gramer

Aktualisierter Auszug aus dem E-Buch:  Ich vor Du oder ES IST GENUG!
Zu finden zum Beispiel in folgenden Internetshops:
Thalia, Amazon
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Resignation und Hoffnung? (1)

Zu seinem 90. Geburtstag wurde Georg Kreisler gefragt, warum er mit dem Liederschreiben aufgehört habe. „Mir fällt nichts Gescheites mehr ein“, entgegnete der listige „Taubenvergifter“. „Ich hab neue Lieder weggeworfen und weggeworfen und schließlich begriffen: Ich hab in meinen Liedern alles gesagt.“ Ein wenig klingt Resignation an, aber immer wieder flammt in diesem Gespräch auch Hoffnung auf, Hoffnung, dass die unsäglichen alltäglichen Ungerechtigkeiten ein Ende fänden. Anlass zur Hoffnung geben die Jugendaufstände und die Unruhen, ja Revolutionen, in manchen arabischen Ländern. Aber die westlichen Länder drohen schon mit der ökonomischen Demokratiekeule. Demokratie bedeutet auch, Ungerechtigkeiten zu benennen, aber auch, sie zu rechtfertigen, zu beschwichtigen, Mittel anzubieten, die sie weniger spürbar machen. Demokratie bedeutet heute auch ökonomische Demokratur, in der sich alles den ökonomischen Zwängen des profitgierigen Marktes unterwerfen muss. Bildung, Erziehung, Freizeit, Freiheit (da ist tatsächlich noch ein Unterschied), Arbeit – alles unterworfen der ökonomischen Profitmaximierung.

Kreisler hat in seinen Liedern alles gesagt. Jede Epoche, jede Generation hatte ihre Mahner, manche wurden verbrannt, andere erschlagen, die meisten überhört, ignoriert, ausgegrenzt, verlacht. Immer legten sie ihre Finger auf die Wunde der Ungerechtigkeit, geändert hat sich nicht vieles. Graduell nur. Die Masse der einzelnen kümmert sich nur um sich, einige ums nackte Überleben, andere um den eigenen Profit oder um das beste Vergnügen. Der andere wird nur als einer wahrgenommen, der auch ein Stück vom Kuchen haben will, als Konkurrent. Der andere ist im Grunde egal; das Beachtungskriterium reduziert sich auf die Frage: nützt er mir oder nicht? Auch das alles wurde schon gesagt, in langen ernsthaften Abhandlungen, in Essays, in Romanen, Tragödien und Komödien, in Gedichten, Persiflagen, satirischen Beiträgen…(Fortsetzung folgt)

© 2013 Dr. Norbert Gramer

Aktualisierter Auszug aus dem E-Buch:  Ich vor Du oder ES IST GENUG!
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Entstehung eines Tieraquarells (Gepard)

Dieses Video zeigt Schritt für Schritt die Entstehung eines Tieraquarells von der Vorzeichnung bis zum fertigen Bild. Im Mittelpunkt steht der realistisch dargestellte Kopf eines Geparden.
Realistische und abstrakte Elemente vermischen sich in allen meinen Bildern. In diesem Aquarell lösen sich der Rumpf des Tieres und die Umgebung in abstrakten Formen auf.

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ES IST GENUG! XXVIII,2: Kollektive Dummheit (Anlass: jüngste Proteste gegen Abtreibung in den USA)

… Kurz nach einem Attentat in Tucson, Arizona, bei dem neun Menschen starben, mehrere verletzt wurden, darunter die demokratische Kongressabgeordnete Gabrielle Giffords, rüstete die Bevölkerung auf, schnellten die Waffenkäufe in den USA in die Höhe, wie schon nach dem Amoklauf eines Jugendlichen in Blacksburg, bei dem 2007 33 Menschen getötet wurden. Schon damals forderte Larry Pratt, Direktor der Vereinigung „Gun Owners of America“, die Aufrüstung der gesetzes-, wahrscheinlich auch gottesfürchtigen Bürger, damit sie in der Lage sind, sich selbst zu verteidigen. Der nahezu unbekannte republikanische Abgeordnete des Bundesstaates Utah im Repräsentantenhaus Jason Chaffetz, vormals Football-Spieler, bekennt freimütig, er werde in Zukunft mit einer Waffe zur Arbeit gehen, wie es wohl viele im Waffen liebenden, besessenen und vernarrten (wer möchte eine Definition zum Begriff Narr? Hier eine, die in unserem Zusammenhang passt: „Ein Mensch, welcher des Gebrauches seiner Vernunft ganz unfähig ist; ein Wahnwitziger, Wahnsinniger, Alberner“ – albern sind sie nicht) Arizona praktizieren werden, denn dort gelten die lockersten Waffengesetze. Wie zu Wild-West-Zeiten kann jeder seine Waffe überall hin mitnehmen. Möglich wurde dies nach einem Urteil des Supreme Court im Jahr 2010. Dieser knickte vor der für Wahlen sehr relevanten Waffenlobby ein und bekräftigte, dass das Halten und Tragen ein verfassungsrechtliches Recht jedes Amerikaners sei. Auch Obama knickte ein. Schon vor der Wahl betonte er, dass es unter seiner Regie keine schärferen Waffengesetze geben werde. Auch seine Wahl wurde mit Millionen von den Waffenlobbyisten bezahlt. Was sind da schon 33 oder neun oder sonst wie viele Tote. Das fördert nur das Geschäft.

Da der Einfluss der Tea-Party-Bewegung, der evangelikalen Scharfmacher und der intellektuellen Tiefflieger des „intelligent“ Design-Lagers im politischen Treiben immer stärker zunimmt, verschärft sich auch die Stimmungs- und Meinungsmache gegenüber Homosexualität und Abtreibung. Begleitet wird diese von Gewaltausbrüchen gegen Homosexuelle. Auf Tagungen der alten, nur wenigen jungen Konservativen debattiert man über die Schädlichkeit der fehlgeleiteten sexuellen Orientierung, bemüht ernsthaft Bibeltexte zum Beleg und streitet sich über die richtige Auslegung des Erfundenen. Sie unterscheiden sich nur graduell von den radikalen Koranauslegern – beide hassen Andersdenkende, Andersseiendes, glauben, wissen, sie selbst seien im Besitz der alleinigen Wahrheit.

Nicht nur gegen Homosexuelle machen die Konservativen mit ihrer Speerspitze, der ultrarechten Tea-Party-Bewegung, in den USA Front, auch gegen eine Gesundheitsreform. Gegen die Mehrheit der Bevölkerung, von der nahezu 46 Millionen Menschen keine Krankenversicherung besitzen, verteidigen die Konservativen die Rechte der Industrie und die kapitalistische Ideologie. Entscheidend in der Diskussion sind nicht die Menschen, die bei Arbeitslosigkeit durch den Verlust der Krankheitsvorsorge in den persönlichen und finanziellen Ruin getrieben werden, sondern die möglichen finanziellen Einbußen der Großkonzerne, der pharmazeutischen Industrie oder der Banken, die auch dann noch verdienen, wenn eine Person durch die hohen Krankheitskosten sein Haus verliert, und die paranoide Angst, eine allgemeine Gesundheitsreform rücke die USA in die Nähe eines kommunistischen oder sozialistischen Staates.

Die Fülle von Beispielen könnte ein eigenes Buch zum Überquellen bringen: Vom Rassismus gegen den eigenen Präsidenten, dem religiösen Wahn, dem antiwissenschaftlichen Alltagsdenken, dem verblödenden Fernsehschund, von der „Drei-Affen-Reaktion“ gegen alle Maßnahmen, die den Klimawandel weniger dramatisch gestalten würden, von den blinden, hasserfüllten Aktionen gegen Abtreibungsbefürworter, das Festhalten an den „Auge-um-Auge-Zahn-um-Zahn“-Regeln, die besonders das Rechtssystem kennzeichnet, von den paranoiden Überwachungspraktiken, von der wahnhaften Meinung, man besäße die einzige Wahrheit, gesellschaftlich, politisch, religiös, persönlich, überall – „Die Wahrheit“ heißt eine Radiosendung in Arizona, die die angeblich wahren Werte der Vereinigten Staaten verteidigen will, das alte Amerika, wahrscheinlich das vorkonstitutionelle, das, in dem die Bibel noch Gesetzestext war; wo ist der Unterschied zu den Ansichten der Vertreter der „Wahren Religion“, den islamistischen Brandstiftern, die in der Bundesrepublik ihr Unwesen treiben.

Die jüngsten Proteste gegen die Abtreibung runden die Beispielkette ab. Die Abtreibung ist ein Grund, vor das Oberste Gericht zu marschieren. Ein noch undefinierbarer, noch nicht menschlicher Zellklumpen treibt die Demonstranten auf die Straße – wo sind sie, wenn junge Menschen für den anerzogenen Patriotismus im Krieg sterben, wo sind sie, wenn der Staat die in Kriegen verletzten jungen Menschen vergisst, ihrem Leid und Elend überlässt, wo sind sie, wenn ältere Menschen aufgrund fehlender Krankenversicherung unversorgt ein erbärmliches Leben führen müssen, wo sind sie, wenn durch staatsgeförderte Finanzspekulationen Menschen ihr Hab und Gut verlieren, wo sind sie, wenn das Rechtssystem umgangen wird und immer neue perfide Methoden erfunden werden, um Menschen zu foltern.

Bei all den möglichen Beispielen wird eines deutlich: Dummheit infolge zu niedriger oder normaler Intelligenz und die infolge hoher Intelligenz treffen aufeinander und bilden ein unheilvolles Gemisch aus Verführung und Verführtsein; vereinen sich in dem Glauben, die eigene Dummheit sei der einzige gesellschaftliche, politische, religiöse, persönliche Weg der Wahrheit.

© 2013 Dr. Norbert Gramer

Auszug aus dem Buch:  Ich vor Du oder ES IST GENUG!
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ES IST GENUG! XXVIII,1: Kollektive Dummheit (Anlass: jüngste Proteste gegen Abtreibung in den USA)

Zwei Dinge sind unendlich,
das Universum und die menschliche Dummheit,
aber bei dem Universum bin ich mir noch nicht ganz sicher.
(Albert Einstein)

Nein, es geht nicht um die Bundesrepublik mit ihrem Mittelfeldspiel im Pisa-Ranking, mit ihren freien Bürgern, die sich jeden Abend verzückt von den Neuigkeiten der Promiszene, von den Reichen und Beneidenswerten und Schönen, bedämmern lassen und für die kommenden Superstars, Supertalente, Supermodels „voten“, mit ihren Politikern, die immer nur alte Antworten auf neue Fragen haben, die sich nur allzu gerne von Konzernen, Banken, Spekulanten über den Tisch ziehen lassen. Nein, darum geht es nicht. Es geht um die Vereinigten Staaten. Da wird jetzt fast jeder sagen: Na ja, dumm sind die schon lange, nichts Neues, Amerikaner, durchweg geschichtslose, fast-food-verschlingende Hinterwäldler. Da rümpft der selbst auf dem hohen Ross der Verdummung sitzende Bundesrepublikaner, der Deutsche, der Erbe der Dichter und Denker mit seiner intellektuellen Geschichte im Nacken die Nase über die doch eher schlicht veranlagten Amerikaner. Ein hochnäsiges und hochstaplerisches Bauchgefühl, das der Illusion entspringt, die intellektuellen Kräfte der Vergangenheit würden ohne eigene Mühe die eigene gegenwärtige intellektuelle Leere füllen. Falsch. Die wenigen Worte über die Verdummung in den USA spricht die der bundesrepublikanischen Bürger nicht frei.

Doch nicht Bauchgefühl, sondern, zumindest schein-wissenschaftliche Herangehensweise soll den Verdummungstrend (auch er ist global, wie Wirtschaft und Finanzwesen) nachweisen.

Dazu gehört an den Anfang eine Definition – oder zwei, oder drei, auch eine Abgrenzung gegenüber der Blödheit: Der Brockhaus liefert keine für den Begriff Blödheit oder Verblödung, alternativ begnügen wir uns mit der der Dummheit. Sie bezeichnet der Brockhaus als „Mangel an Intelligenz, geringe Begabung, herabgesetzte kognitive Fähigkeiten und Leistungen […] Unvermögen oder verminderte Vermögen, logisch zu denken und zu handeln“. Die freie Enzyklopädie Wikipedia leitet die Worteingabe Dummheit sofort zur Blödheit um, weil sie heute gleichzusetzen seien, und definiert etwas umfangreicher, erläutert auch Bedeutungsgeschichte und -wandel. Zuerst bezieht sie sich auf Pierers Universallexikon aus dem Jahr 1857, das zwischen einer Blödheit als „Schwäche des Verstandes, welche eine Unklarheit u. Verworrenheit der Vorstellungen veranlasst“, und einer Blödheit als eine „aus Mangel an Selbstvertrauen entsprungene Furchtsamkeit im geselligen Umgange, Ängstlichkeit durch sein Benehmen gegen den Tact od. die Sitte zu verstoßen“, unterscheidet. „In Kirchner/Michaëlis Wörterbuch der Philosophischen Grundbegriffe, führt der Artikel weiter aus, wird Blödigkeit als ‚die aus Urteilsschwäche und Mangel an Selbstvertrauen entspringende Schüchternheit im Verkehr mit anderen’ beschrieben“. Diese ältere Definition, in der noch die Schwäche, Scheu und Schüchternheit als Ursache der Blödheit im Vordergrund stand, auf das auch das Wort entblöden (Erläuterung für jüngere Leser, deren Deutschunterricht über Populärliteratur nicht hinausreichte, entblöden bedeutet: erkühnen, erfrechen) deutet, ist heute kaum noch gebräuchlich. Heute gilt, was schon in dem Strein-Linsmairscher Entwurf des niederösterreichischen Landrechts von 1599 steht: „menschen, welchen das vermögen, die folgen ihrer handlungen zu überlegen, ermangelt, werden blödsinnig genannt“. Die Blödheit oder die Schwäche des Verstandes, der Mangel an Erkenntniskraft oder logischem Denken hat jedoch, so betont Horst Geyer in seinem Buch Über die Dummheit. Ursachen und Wirkungen, nicht mit mangelnder Intelligenz zu tun, er unterscheidet zwischen dummem Verhalten infolge zu niedriger, trotz normaler oder infolge zu hoher Intelligenz. Auch Johann Christoph Adelungs Grammatisch-kritisches Wörterbuch der Hochdeutschen Mundart aus dem Jahr 1793 unterscheidet noch zwischen Dummheit und Blödigkeit. So definiert es die Dummheit als „Mangel der natürlichen Fähigkeit des Verstandes, oder doch ihres Gebrauches, Unbesonnenheit, Unwissenheit“, die Blödigkeit als „Schwäche […] des Geistes“ mit einer Nähe zu „Wahnsinn und Thorheit“ und als Schüchternheit, Zaghaftigkeit, unzeitige Scham.

Nun wissen wir, was Blödheit, und was Dummheit ist. Was aber sind die Indizien dafür, dass ein Land, nein nicht das Land, sondern ein großer Teil seiner Bevölkerung, verdummt. Alle Geyerschen Unterscheidungen in Verbindung mit der Definition des Strein-Linsmairschen Entwurfs und der Adelungschen Deutung, wobei auch der erste Teil der Blödigkeitsdefinition sicherlich nicht zu vernachlässigen ist, kommen hier zur Anwendung. Greifen wir ein paar ältere Glieder aus der langen Beweiskette als Beispiele heraus …

© 2013 Dr. Norbert Gramer

Auszug aus dem Buch:  Ich vor Du oder ES IST GENUG!
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Zum „Writers in Prison Day“ 15.11.2013

Maulkorb, Gefängnis und Tod

Ein kurzer Bericht über die tunesische Lyrikerin Nadschet Adouani im Morgenmagazin, die wegen Gewaltandrohung salafistischer Kreise ihr Land verlassen musste, erinnert an den „Writers in Prison Day“. Er wird wohl kaum von politischer Seite kommentiert, wahrscheinlich kaum wahrgenommen. Dabei steht das Schicksal Adouanis stellvertretend für Hunderte Autoren und Journalisten, die alljährlich getötet, ermordet, entführt, festgenommen und in ihrer Arbeit behindert werden.
Das wird zur Kenntnis genommen. War schon immer so. Betrifft ja auch nur Krisenregionen und diktatorische Staaten. Das ist da eben so. Leider nicht nur. Sicherlich, die meisten Übergriffe gegen Journalisten und andere Medienmitarbeiter geschehen in Pakistan, Mexiko, Irak und Iran, auf den Philippinen, Honduras und Thailand, Afghanistan und Nigeria, Eritrea, Sudan, Syrien, Russland oder der Türkei (das ist keine vollständige Liste), aber auch verstärkt in Europa und der GUS-Region, in der Ukraine, Aserbaidschan und Belarus. In den westlichen Demokratien ist ebenfalls ein Anstieg von Maßnahmen gegen Journalisten und die Medien zu verzeichnen, die deren Arbeit einschränkt, beschränkt, zensiert: In Frankreich und Griechenland, Bulgarien und Großbritannien, den USA, die in der WikiLeaks- und jüngst der Snowdon-Affäre eine unrühmliche Vorstellung lieferten und weiterhin liefern, in Ungarn, wo die Politik mit einem quasi-diktatorischen Handstreich die Presse zum Staatsorgan umfunktioniert und gegen widerspenstige Journalisten Sanktionen und Strafen verhängt – auch dazu schweigt die politische Crème de la Crème der europäischen Gemeinschaft, oder kritisiert verhalten, für alle schmerzfrei. Ihr scheint es ganz Recht zu sein, wenn einigen Journalisten ein Maulkorb verpasst wird. Außer, wenn sie gerade den politischen Gegner aufs Korn nehmen. Die Skandale und Skandälchen um WikiLeaks haben das nur zu deutlich gezeigt. Nahezu unisono wurden die Veröffentlichungen unter dem Deckmantel der angezweifelten Seriosität oder der nationalen Sicherheit kritisiert.

Wenig Resonanz haben die Angriffe auf die Pressefreiheit aber auch in den Medien selbst. Man bäumt sich kurz auf, besonders Die Zeit, auch Spiegel und Focus werfen ein kritisches Schlaglicht auf die politischen Irrwege und wenden sich wieder der Tagespolitik zu. Das, was in früheren Zeiten investigativer Journalismus genannt wurde, ist längst verkommen. Als investigativ versteht sich heute auch der Paparazzo, der journalistische Berufsspanner, der die Neuigkeiten der C-Z-Promis erforscht und die peinlichsten Situationen entdeckt. Damit ist das investigative Bedürfnis des Publikums befriedigt. Im Sumpf von Desinteresse und Resignation auf Seiten der Bevölkerung und einem verklemmten Stillhalteabkommen zwischen Politik und Journalismus (nach dem Motto. eine Hand wäscht die andere; das mit den Raben und deren Augen würde hier auch passen) auf der anderen versickert investigativer Journalismus; dazu genügen in westlichen Demokratien meist sanfter Druck, gemeinsame Absprachen und Gleichschaltung der Interessen, in totalitären Staaten Gewalt und Unterdrückung – das Ergebnis ist dasselbe.

© 2013 Dr. Norbert Gramer

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Politiker und ihre Geschichte(n)

Mit der Geschichte stehen viele Politiker auf Kriegsfuß. Wenige Kenntnisse paaren sich mit der kruden Vereinnahmung historischer Geschehnisse und beschämenden Fehlinterpretationen.
Vor einiger Zeit wurde der Berliner Oberbürgermeister von Kinderreportern gefragt, von wann bis wann der Zweite Weltkrieg stattfand – es wurde nur nach den Jahreszahlen gefragt. Seine Antwort lässt eklatante Lücken in seinen Geschichtskenntnissen vermuten, denn er ließ den Krieg zu früh beginnen, allerdings dauerte er bei Klaus Wowereit nicht so lange.
Volker Gauland, ehemaliger Staatssekretär des hessischen CDU-Ministerpräsidenten Walter Wallmann, verstieg sich zu der Äußerung, dass die Deutschen akzeptieren müssten, was Bismarck einmal sagte: „Nicht durch Reden und Majoritätsbeschlüsse werden die großen Fragen der Zeit entschieden […], sondern durch Eisen und Blut“ (nach Jürgen Roth: Spinnennetz der Macht) – ein seltsam anmutendes Demokratieverständnis verbirgt sich hinter dieser Aufforderung an die „mündigen“ deutschen Bürger.
Nach den ersten Koalitionsverhandlungen zwischen SPD und CDU wurde Thomas Oppermann gefragt, wie die Gespräche verlaufen seien. Auch er griff tief in die historische Mottenkiste und verglich sie zum Teil mit dem Wiener Kongress. Eine Nummer kleiner wäre nicht so peinlich gewesen. Der Wiener Kongress von 1814 hatte eine enorme Bedeutung für Europa, er führte zu einer vollkommen neuen staatlichen Ordnung und Ausrichtung, aber auch zur Heiligen Allianz, zur Restauration und zur Unterdrückung liberaler Strömungen.
Die Ereignisse und Äußerungen sind unabhängig voneinander, zeitlich und inhaltlich. Aber sie spiegeln Einstellungen vieler Politiker wider, die die Gesellschaft in ihren Grundfesten erschüttern: Vergessen, Großmannssucht und Konzentration der Macht auf einige Wenige ohne Beteiligung des Volkes.

Im Oktober 2013 hat Georg Büchner seinen 200. Geburtstag. Es finden kaum öffentliche Feiern zu seinen Ehren statt, eher feuilletonistische Nachrufe. Dabei ist der Aufruf in seinem Hessischen Landboten: „Friede den Hütten! Krieg den Palästen!“ so aktuell wie ehedem. Die Machtkonzentration auf einzelne wenige Staatsführer, Konzerne, Politiker und bespitzelnde außerstaatliche Geheimorganisationen, die sich wie Geheimdienste diktatorischer Staaten über jeden Schritt und jeden geschriebenen und ausgesprochenen Gedanken der Bürger unangetastet informieren können, werden die Demokratie zerstören. Also Bürger: Wacht auf und wehrt euch! Lasst euch nicht wie Spielpüppchen auf einem Schachbrett herumstoßen zum Wohle der herrschenden Damen und Könige.

Denkt an Erich Kästners Worte:

Was auch immer geschieht:
Nie dürft ihr so tief sinken,
von dem Kakao, durch den man euch zieht,
auch noch zu trinken!

© 2013 Dr. Norbert Gramer, Loon-art

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