Apropos Verkehr – Der letzte Tanz auf dem Vulkan

Klimatologen und Umweltschützer warnen, eindringlicher als in früheren Zeiten, vor der Erderwärmung, dem Ansteigen der Meeresspiegel, zunehmenden Unwettern, dem Abschmelzen der Eisschichten in der Arktis, in Grönland und der Antarktis, vor Flüchtlingsströmen und Ausdehnung der Wüsten. All diese Konsequenzen der Erwärmung der Erde wurden vorhergesagt, nein, nicht von Wahrsagern, die scheinen die heutigen Politiker und Konzernbosse und Industriemanager und manche zumindest bildungs- und lernresistente Bürger zu befragen, ob es denn wirklich so schlimm komme, nein, von anerkannten Wissenschaftlern, die schon ab den 1950er Jahren Szenarien aufzeigten, wie es zum Beispiel bei steigendem CO2-Verbrauch in einigen Jahrzehnten auf der Erde aussehen könnte.

Sie wurden verlacht, nicht ernst genommen, Ergebnisse aus Unkenntnis und Profitgier angezweifelt und ignoriert. Heute weiß man mehr, die Konsequenzen werden immer sichtbarer, die Einsicht bleibt – trotz aller Bekundungen – gering, die Maßnahmen noch geringer.

Manche denken auch: Jetzt erst recht, veranstalten wir eine Party auf dem Vulkan. Wenn es schon bald vorbei sein soll, will Ich noch einmal alles genießen.

Da erscheint gleichzeitig zu einem Bericht der UNO, dass der CO2-Anstieg nicht gestoppt ist, sondern dass er sich wieder erhöht hat, die Nachricht, dass 2019 mehr als eine Million SUVs und Geländewagen verkauft wurden, ihr Marktanteil jetzt bei 30 Prozent liegt. Diese Wagen sind teilweise doppelt so schwer wie kleinere Wagen, verbrauchen zwischen 11 und fast 20 Liter pro 100 Kilometer, benötigen in der Herstellung mehr Rohstoffe als andere Fahrzeuge und erzeugen mehr Feinstaub. Aber der Verkaufstrend ist ungebrochen. Bis 2050 – ach, das ist doch das Jahr, in dem die EU ein CO2-freies Europa anstrebt – sollen mindestens 50 Prozent aller Automobile SUVs sein. Selbst wenn ein Teil dieser als E-Autos auf den Markt kommen, werden die Tonnen schweren und bis zu 500 PS starken Wagen Unmengen an Rohstoffen für die Herstellung der Batterien verschlingen, um deren Grundstoffe in Südamerika schon jetzt ein erbitterter Kampf tobt.

„Sieben Kontinente, ein Planet“ hieß eine Terra-X-Reihe, die vor einiger Zeit ausgestrahlt wurde – vom ZDF, gehört laut braunen und blauen Volksrettern zu den Staats- und damit Lügenmedien. Der erste Kontinent, der ausführlich vorgestellt wurde, war die Antarktis. Bezaubernde Bilder von Eislandschaften, faszinierenden natürlichen Schneeskulpturen und gefrorenen Szenerien, die die Schönheit des Kontinents zu erfassen suchten, wechselten sich ab mit Filmsequenzen, die die Fragilität des Kontinents und die Gefährdung der Fauna durch das Abschmelzen und Verschwinden des Eispanzers aufzeigten. Kurz nach der Ausstrahlung schien die Werbung für so genannte Expeditionskreuzfahrten zur Antarktis zuzunehmen. Führende Reedereien boten ausgiebige Fahrten von Argentinien zu ausgewählten Highlights der Antarktis an und lockten mit der Aussicht auf Abenteuer, dem Blick auf beeindruckende Eisberge und –landschaften, die Nähe zur antarktischen Tierwelt.

Noch einmal einen letzten Blick auf eine Gegend der Erde werfen, an deren Zerstörung die vielen Ichs, die mit einem Drink auf dem Sonnendeck sitzen, beteiligt sind und die sie zu verantworten haben.

Aus: Tanzbären.
Rubrik: Alltägliches oder „Ich, Ich, Ich vor Du“ – Unterwegs.

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